Baumkatalog

Walnuss

Geschichte

Die frühesten Funde von Walnussbäumen stammen aus der Zeit des Tertiärs. Während der Eiszeit hat sich die Walnuss in wärmere südlichere Regionen zurückgezogen. Nach der Eiszeit drang der Baum nur sehr langsam wieder nach Norden vor. In Europa sorgten die Römer für eine schnelle Ausbreitung. Sie breiteten den Baum aufgrund seiner wohlschmeckenden Früchte in ihrem Lebensraum systematisch aus. In der Antike bekam der Baum auch seinen Namen: Juglans regia, die königliche Frucht. Durch übertriebene Nutzung und mangelnde Nachpflanzung ist der Bestand an Walnussbäumen spürbar zurückgegangen. Insbesondere durch die Gewehrproduktion in den Weltkriegen wurde der Bestand an alten Bäumen stark dezimiert. Weil die frei wachsenden Bestände stark gefährdet sind, wurde die Walnuss 2008 zum Baum des Jahres gewählt.

Verbreitung

Die Walnuss ist von Südosteuropa bis nach China heimisch, als Nutz- und Zierbaum aber auf der ganzen Welt verbreitet. Sie ist sehr anspruchsvoll und bedarf eines wintermilden Klimas, viel Licht und einen humusreichen Boden. Die Walnuss bevorzugt nährstoff- und kalkreiche Lehm- oder Tonböden. Die größten Bestände gibt es heute in Kalifornien. Zwei Drittel der Weltproduktion stammen aus kalifornischen Plantagen. Verwilderte Formen der Walnuss findet man in den Auwäldern des Rheins und der Donau.

Wuchs

Die Walnuss wird bis zu 150 Jahre alt. Im Alter von 60-80 Jahren hat sie ihre maximale Wuchshöhe von etwa 25 m erreicht. Sie entwickelt eine große, runde Krone mit einem sehr dichten Blattwerk.

Blatt

Die 20-40 cm langen, gefiederten Blätter stehen wechselständig am Zweig. Die 5-7 Fiederblättchen stehen gegenständig am Blattstiel. Beim Zerreiben strömen die Blätter einen stark aromatischen Duft aus. Walnussblätter sind den Eschenblättern sehr ähnlich.

Blüten

Die Walnuss ist einhäusig. Männliche und weibliche Blüten befinden sich gemeinsam auf einem Baum. Die männlichen Blüten entwickeln sich etwa vier Wochen früher als die weiblichen. Blütezeit ist April bis Juni. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.

Frucht

Die Walnuss trägt erst nach 10-20 Jahren Früchte. Sie reifen im September, d.h. die grünliche Fruchthülle platzt auf und gibt die holzige Nussschale frei. Ein ausgewachsener Baum produziert jährlich 100-150 kg Früchte.

Rinde

Junge Bäume haben eine glatte und aschgraue Rinde. Ältere Bäume entwickeln eine schwarzgraue Borke mit tiefen Rissen.

Holz

Walnussholz ist hart, glänzend, biegsam, sehr dauerhaft, schön gezeichnet und schwindet wenig. Diese Eigenschaften machen es zum wertvollsten Holz in unseren Wäldern. Von ganz besonderem Wert ist das Wurzelholz mit seiner einzigartigen Maserung. Es wird für hochwertige Furniere von Möbeln verwendet. Aufgrund des geringen Schwundes ist Walnussholz auch für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen sehr gefragt. Auch bei Schnitzern ist Walnussholz sehr beliebt.

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